Text zur Ausstellung „Eu vejo algo que voce nao“

Was bewegt einen Künstler und Fotografen eine Dokumentation über Familiäre-Landwirtschaft in Deutschland und Brasilien zu machen.

Text zur 1. Eröffnung der Fotoausstellung „ich sehe was was du nicht siehst“ („Eu vejo algo que voce nao“) UFFS Chapeco/SC in Südbrasilien

Nun …..als Künstler habe ich mich natürlich immer schon Inhaltlich und Philosophisch mit den Besonderheiten des Lebens beschäftigt. Was eigentlich der Ausgangspunkt vieler Künstler und deren Kunstschaffens ist. …..und „Wenn wer wirklich was über das Leben erfahren will, dann sprich mit einen Künstler“ ……..so ein Sprichwort.
So gerne Künstler doch auf vieles eine Gute Antwort hätten oder zu großen Problemen gerne eine Gute Lösung finden möchten, kommt man manchmal schnell zu der Erkenntnis, das es nicht immer wichtig ist „Zu Wissen, wie es funktionieren kann oder soll“, sondern es viel wichtiger ist „Zu Wissen, wie es nicht funktionieren wird oder sein darf“. Dies ist für mich ein wichtiger Grundsatz des Lebens und ein Leitsatz der Kreativität, der sicher uns unseren Vorschritt Beschert hat, den ich gerne meinen Studenten mitgegeben habe. Man kann es auch Verantwortung nennen.
Auch „Versuch und Irrtum“ also die selbstständige Analyse und Planung/Lösung, gehörte zum Konzept meiner früheren Dozententätigkeit im Fachbereich Medientechnik/Fotografie, so konnte ich die Wahrnehmung das Bewusstsein und Kritikfähigkeit meiner Studenten schärfen und das sicher auch außerhalb des Campus.
In meiner Kunst, die oft den Ausgangspunk Fotografie beinhaltet, stelle ich gerne Fragen auf subtiler-art.
Aber warum den Fragen Stellen?
Dazu muss ich etwas Ausholen um das zu erklären.
Vor vielen Jahren habe ich den Film „Leben außer Kontrolle“ von Bertram Verhaag gesehen, der mein Leben, Denken und Handeln in viele Dingen sehr verändert hat. In diesem Film wird unter anderem die „Gegenwart und Zukunft“ der Agra-Gentechnik Beschrieben. In meinen und vielen anderen Augen ist diese so genannte Landwirtschaftlich und Ernährungsstechnische Zukunft eine sehr Gefährliche Sackgasse und birgt unter anderem ein sehr großes Gesundheitliches -problem für uns Verbraucher, Bauern Tiere, Planzen und der Umwelt. Ob der versprochene Profit der Agra-Gentechnik sich zeigt, wird von Jahr zu Jahr immer fraglicher und war bei weitem nie sicher, sondern nur von einschlägigen Chemiekonzernen Propagiert, die ihr Geld nicht mit der Ernte verdienen musste sondern viel einfacher mit ihrer Agrachemie und somit keinerlei Verantwortung übernemhmen muss. Die großen Agrarfabriken und vor allem die kleinen Landwirte verdienen nicht wirklich mehr, sondern werden nur Abhängiger von der Agrarchemie, die Lebensmittel werden oft sogar Teurer und machen viele Menschen und die Natur Krank, sogar Totkrank. Das Natürliche Gesunde Saatgut wird Verunreinigt und auf Dauer Unbrauchbar wegen der Pollenvermischung. Was als letztes Argument der Acrachemie herhalten muss, ist die Arbeitsersparnis. Die aber oft mit schwerer Krankheit bis zur Arbeitsunfähigkeit mit Todesfolge von den Bauern Bezahlt werden muss verursacht durch die Spritzmittel. Auch die Treistigkeit die bitteren Missbildungen von sich zu weisen, die viele Säuglinge schon Lebensunfähig machen, verursacht durch die Agrachemie die die Erbinformationen der Ungeborenen zerstörren, zeigt das bei den Agrachemiehersteller die Gier weit vor der Verantwortung, Moral und Ethik steht.
Und da stellt sich schon eine Zukunftsführende Frage, „müssen wir dieses Große Risiko der Agragentechnik-chemie den überhaupt eingehen und tragen“ ? Wenn doch nicht mehr sondern weniger, auch in Zukunft für uns Verbraucher und Bauern unter dem Strich übrig bleiben wird. Macht es denn Sinn die Landwirtschaft und deren Monokulturen, ins endlose zu vergrößern und damit die für uns Menschen so Lebenswichtige Natur und Lebenraum damit unwiederbringlich zu zerstörten, wie in Süd und Nordamerika oder auch in weiten teilen von Europa, auf kosten unserer Gesundheit und unserer Lebensqualität und sogar unseres Lebens. Und das nur für unersättlich mehr an Profit für die Agragentech-chemie, von dem wir Verbraucher und Landwirte niemals was haben. Wird eigentlich das bisschen Profit von den kosten an der Wiederherstellung der Gesundheit (Artz-Krankenhauskosten) und Natur die uns diese Landwirtschaft beschert, nicht schon aufgebraucht? Die Antwort ist kann nur sein „ Die Gesundheit ist Unbezahlbar “ ! Und deswegen, Gewinnen wir eigentlich wirklich Lebensqualität dadurch ? oder ist vielleicht das Gegenteil, die alt bewährte Nachhaltige Ökologische und Familiäre Landwirtschaft das richtige Rezept?
Nun hat nicht eine Gewisse Profitgier uns Menschen der ganzen Welt diese immer mehr fortschreitenden katastrophalen Klimawandel Beschert, mit schweren Unwettern und Überschwemmungen. Die Schäden gehen jährlich in die Milliarden. Und wenn es so ist, dann sollten wir uns Fragen „für was und für wen“ es wirklich nutzen hat. Der Welthunger konnte leider mit diesem Chemiekonzept sicher nicht eingedämmt werden, im Gegenteil, er wurde sogar damit vergrößert und kann mit Gen-Technik auf keinen falle damit gelöst werden.
Aber, das Konzept der Nachhaltigkeit und der Familiären Landwirtschaft scheint im Moment die einzige Waffe und Möglichkeit zu sein, um viele Sünden der Agrachemie und deren Agrarfabriken an Mensch,Tier, Umwelt kosten günstig zu regulieren aber auch die Globale-Klimaerwärmung real etwas entgegen setzen zu können und dass ohne Wirtschaftskrisen zu Provozieren zu müssen. Die Natürlichen gesunden Lebensmittel inbegriffen. Das einzige was hier noch zu lösen ist, ist die beschwerliche Arbeit mit der Hacke am Feld, das sehr viel Arbeit und Schweiß verursacht. Aber auch hier gibt es schon viele Lösungen und Ansätze für Mechanische Maschinen, Arbeitsgeräte für den Traktor/Schlepper um den Arbeitsaufwand zu erleichtern und den Spritzmitteleinsatz in Zukunft auf null zu reduzieren zu können.
An dieser Stelle könnten wir den Begriff „Heimat“ einbringen. Für mich ist das Thema Heimat der Grundtenor in meinen Künstlerischen-Arbeiten und oft der Mittelpunkt meiner Gedanken.
Warum ?
So weitläufig und verzweigt wir den Begriff auch benützen und definieren könnten, genau so wie liebe oder Freiheit, um so mehr ist Heimat eine der wichtigsten Grundvoraussetzung unserer Demokratischen Kulturen. Lassen wir mal bei Heimat das Ideologische, das Urbane und das Traditionelle einfach mal weg. Was nun übrig bleibt ist der Raum und Boden…..also die Landschaft in der wir leben, die Natürliche Umwelt, also der Teil mit all den Leben und deren Komplexen Lebewesen und Lebensräumen, soweit sie noch einigermaßen bestehen und nicht zerstört sind.
In der Region in der ich Aufgewachsen bin und Lebe, im Freistaat Bayern im Süden von Deutschland in Mitten Europas. Ein zum großen teil Agrarwirtschaftliche Region mit Hauptsächlicher Milchwirtschaft, ist über Jahrzehnte von der Kommerzielen-Landwirtschaft, von einer Landschaft der Artenvielfall zur Agrarwüste geschaffen worden. Nur wegen der Milchproduktion, die aber leider auch für die Bauer zu wenig Gewinn abwirft. Hier herrscht eine immer währende Überproduktion zu Gunsten des Preisverfall der Milch, das für die Molkereien und der Lebensmittelindustrie gewollt ist um höhere Profite zu erzielen. Die Überproduktion wird zum teil zu Milchpulver verarbeitet. Wegen den hohen Lagerkosten, um einen zu hohen Preisverfall im Einzelhandel/Verkaufspreis zu verhindern, wird das Pulver bei Zeiten einfach vernichten. Die Dritte Welt hat also leider nichts davon.
Der Konventionelle Landwirt und die Agrafabriken haben mit 70% den größten Anteil an der Umweltzerstörung, Artensterben und an der Klimaerwährmung in Deutschland aber auch weltweit und steht sogar damit vor der Industrie, die vor ca. 20 Jahren durch strickte Gesetze gezwungen wurde Umweltfreundlich zu Wirtschaften. Hätten wir zum Glück in Deutschland nicht Ökologisch wirtschaftende-Bauern und Verbraucher die eine Gesunde Qualität/Umwelt sehr wichtig ist, würden schon sehr viel mehr an Tier-Pflanzenarten ausgestorben sein. Nun …..Hier könnte mann sich jetzt die Frage stellen „wie müsste eigentlich HEIMAT sein und was muss sie beinhalten“?
Nun wieder zum Anfang:
Ich denke, das diese Probleme und Ursachen der Landwirtschaft und die damit verursachten ungelösten Problemen der Klimaerwärmung überall auf der Welt sehr ähnlich sind. Manche Länder setzen mehr auf Nachhaltigkeit manche Länder leider gar nicht. Es muss aber unbedingt von allen gelöst werden, (wenige hätten hier keine Wirkung) ansonsten werden unsere Kinder und Enkel bald keinen Lebensraum mehr finden, egal an welchen Fleck der Erde Man/Frau/Kind lebt, der ansteigende Meeresspiegel ist leider ein deutliches Zeichen und ist jetzt schon eine Existenzbedrohung für sehr viele Menschen auf der Erde die an der Küste Leben.
Politiker sind in vielen Länder oft so mit den Agrochemiekonzernen verstrickt, das wir auf keine Politische Lösung nicht mehr hoffen können oder sollten, die regelmäßigen stattfindenden Welt-Klimakonferenzen zeigen leider diese Miesere gut auf und finden deswegen keine brauchbare Lösung von der Politischen seite her.
In der Anti-Gentechnik Bewegung, in der ich lange Aktivist war, haben wir ein Leitbild entwickelt „ Gentechnik-Lebensmittel, die nicht mehr vom Verbraucher Gekauft werden, werden zwangsläufig auch nicht mehr Produziert“. Und, jedes Biologisches Lebensmittel das über den Ladentisch geht, bringt uns ein schritt gegen den Klimawandel weiter. Das war ein wichtiger Baustein um Agra-Gentechnik Anbau und deren Lebensmittel in Deutschland und anderen Europäischen Ländern zu verhindern !
Viele Besucher der Ausstellung „Familiäre Landwirtschaft“ werden sich jetzt fragen „Woher weiss der Künstler und Aktivist das alles“ !
In Deutschland und Europa gibt es schon viele Ökologische Genossenschaften. Bauer und Verbrauche ziehen am selben Strang um eine Gesunde Umwelt und damit nicht Giftige Krank machende Lebensmittel Essen zu müssen. Die Bürger der Regionen Profitiert sogar von der wachsenden und stabielen Binnenwirtschaft der Direktvermarktung der Ökologischenlandwirtschaft.
Auch Deutschlands und Europas Politiker versagen leider zum sehr großen teil in wichtigen Agrarfragen. Deswegen hat sich schon seit Jahrzehnten europaweit eine Politisch-freie Bewegung entwickelt, die keine Chemie und Schadstoffe in Lebensmittel akzeptiert und eine Tiergerechte Tierhaltung ethisch richtig findet und Unterstützt. Der Etwas höhere Preis für die Lebensmittel ist irrelevant, in Anbetracht zur Gesundheit und der Besseren Lebensqualität des Tierschutzes und der besseren Qualität (Geschmack/Gesundheit) der Lebensmittel. In Europa gibt es schon viele Regionen, Städte und Gemeinden die nahe zu Vollkommen Nachhaltig Produzieren und Autark sind, bis hin zur gesamten Energiegewinnung mit Nachhaltigen Konzepten, nur mit Sonne, Wind, Geothermie und Biogas. Der Vorteil der Nachhaltige Energie Gewinnung sollte sich nicht nur auf die sehr guten Co2 Werte und der Nachhaltigkeit Reduziert werden. Auch die Arbeitsplätze die dadurch entstanden sind, sind nicht zu verachten. In Deutschland ist Nachhaltige-Ingenieur und Produktion ein wichtiger Wirtschaftszweig geworden. In ca.4-6 Jahren müssen laut Bundestagsgesetz alle noch in Betrieb befindlichen Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet sein……… und Sonne und Wind kostet nichts !
Eine kleine Anekdote am Rande zu diesem Projekt:
Als meine liebe Tochter erfahren hat, das ich seit langen an diesen Projekt „Familiäre Landwirtschaft“ zwischen Brasilien und Deutschland Arbeite, hat sie mir einen Film unter den Weihnachtsbaum gelegt. „Das Salz der Erde“ eine Dokumentation über den Weltberühmten Brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado, der Film zeigt sein weg zur Berühmtheit aber auch sein weg als sozialdokumentarischer Fotograf wofür Salgado mit vielen Internationalen Preisen Ausgezeichnet wurde. Das viele Leid und die ständige Ausbeutung der Menschen und der Natur auf der ganzen Welt, die der so einzigartig Fotografiert aber auch Erleben und Erfahren musste, war für Salgado so belastend, das er daran seelisch erkrankte. Diese Erfahrungen führten ihn nach vielen vielen Jahren wieder in seine Heimat zurück, wo er Friede und Geborgenheit suchte und erhoffte. Dort angekommen musste er Feststellen das seine Heimat durch Erosionen, ausgelöst durch Landwirtschaft, stark zerstört war und nicht Mehr Lebenswert war. Er faste aber für sich ein sehr wichtigen Entschluss. Er hat der Natur wieder das Zurück gegeben was seine Heimat als Junge Lebenswert gemachte hat ……nämlich BÄUME und WALD, die wiederum die Struktur/Lebensraum erzeugen, die so unerlässlich für eine Funktionierende Umwelt sind. Über viele Jahre hat Sebastião Salgado sich für die Renaturierung eingesetzt und gearbeitet um wieder seine geliebte Heimat Lebenswert zu Machen …….das ist ihm auch sehr gut Gelungen, vielen Dank dafür !
Thomas Hager

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